Das BARF Konzept

Die artgerechte Ernährung des Hundes


Die Ernährung ist zweifelsohne das wichtigste Standbein einer guten Gesundheit. Das Ergebnis der Fütterung von industriell hergestellten Fertigfutterprodukten an Hunde wird immer deutlicher durch den enormen Zuwachs an sogenannten Zivilisationskrankheiten in unserer Hundepopulation.

Krebs, Allergien, Pankreatitis, Pankreas-Insuffizienz, Hautprobleme, Nieren- und Lebererkrankungen, Immunschwäche, Fruchtbarkeits- und Wachstumsstörungen treten immer häufiger auf und lassen sich nicht einfach mit Überzüchtung erklären.

Viele Hundebesitzer, Tierheilpraktiker, Züchter und auch Tierärzte sind heute der Meinung, dass Fertigfutter einer der Hauptverursacher eines schlechten Gesundheitszustandes ist, und suchen Alternativen zu Fertigfutter-Produkten. Eine dieser Alternativen, die mittlerweile Befürworter in der ganzen Welt hat, ist die sogenannte BARF-Ernährung.

Was kann man überhaupt noch glauben?

Man kann der Mutter Natur glauben. Sie ist es, die uns „erfunden“ hat und sie ist es, die den Hund erfunden hat. Sie hat allen Tieren ein Verdauungssystem gegeben, das auf bestimmte Nahrung zugeschnitten ist. Sie hat ein perfektes System geschaffen, in dem alle Lebewesen in Balance leben können. Einige Tiere fressen Pflanzen, einige Tiere fressen andere Tiere, einige Tiere fressen alles und dann gibt es noch den Menschen …

BARF ist keine Erfindung eines Menschen

Kein Mensch hat einen Anspruch darauf es sein Eigen zu nennen oder die letzte Weisheit zur Hundeernährung für sich zu beanspruchen. Die Fertigfutter-Industrie hat dies versucht, zumindest in Bezug auf Hunde/Katzenernährung, und sie hat versagt.

BARF ist ein einfaches Konzept

Der Hund ist von seiner Natur her ein Omnikarnivor = ein Fleisch fressender  Allesfresser. Katzen sind  Karnivoren = absolute Fleischfresser .

Die Tatsache, dass Omnikarnivoren  auch mal was anderes fressen als ein Tier, z. B. Kot, Erde, Kräuter, Obst oder Insekten, macht sie nicht zu Hausschweinen, oder Tieren, den man einfach alles füttern darf. Es werden Daten, Tabellen und Studien der Fertigfutter-Industrie und
deren gesponserten Wissenschaftlern hinzugezogen, um die perfekte BARF-Mahlzeit zu berechnen.

  • Kaum einer überlegt, dass industriell verarbeitetes Futter ganz anders verwertet wird als frische, unbehandelte Nahrung.
  • Kaum einer bedenkt, dass die Fertigfutterindustrie ein ganz anderes Ziel verfolgt mit ihren Studien als die optimale Gesunderhaltung unserer Hunde.

Man ist geprägt von dem Gedankengut der Industrie, die einem einbläut, dass der Hund alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis in jeder Mahlzeit benötigt. Dieser Gedanke ist in der gesamten Natur beispiellos.

Kein Lebewesen auf dieser Erde ernährt sich so. Nicht einmal der überaus komplizierte Mensch ernährt sich nach diesem Konzept. Alle Lebewesen außer natürlich Hunde (und Katzen) fressen das, was die Natur gerade im Angebot hat. Sie bekommen mal mehr, mal weniger von verschiedenen Nährstoffen. Man geht davon aus, dass über einen gewissen Zeitraum die Nährstoffbedürfnisse gedeckt sind.

Auch der Mensch rechnet nicht seinen Nährstoffbedarf aus, rechnet dann den vermutlichen Nährstoffgehalt seiner Lebensmittel aus, um dann jede Mahlzeit so zu gestalten, dass alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis enthalten sind.

Ein völlig absurder Gedanke, oder nicht?

Barfen ist leicht. Barfen ist keine Religion. Barfen ist einfach nur Hunde/Katzen  füttern.

Es besteht kein Grund ein Brimborium drum zu machen. Es ist nicht entscheidend, ob der Hund ein bisschen Getreide bekommt oder 30% statt 10% Gemüse. Es ist nicht entscheidend, ob der Hund zwei Mal am Tag frisst oder nur ein Mal alle zwei Tage. Entscheidend ist, dass man sich am Beutetier orientiert und abwechslungsreich füttert. Entscheidend ist, dass das Futter frisch und möglichst unbehandelt ist und dass man weiß, was in seinen Hund „reingeht“.

Es gibt inzwischen sehr kranke Hunde in unserem Land. Einige davon vertragen bestimmte Lebensmittel nicht, andere können Futter nicht mehr richtig verdauen. Für solche Hunde muss man die Fütterung so gestalten, dass es ihnen gut geht. Wenn es einem Hund mit etwas Milchprodukten und Getreide besser geht, sollte man ihm das füttern. Wenn ein Hund Knochen nicht verdauen kann, sollte man keine Knochen füttern. Wenn ein Hund nur gekochtes Futter vertragen kann, sollte man sein Futter kochen.

Mogens Eliasen hat es treffend formuliert als er sagte; „wenn ein Hund Rohfutter nicht verträgt, liegt es nicht daran, dass das Futter nicht in Ordnung ist, sondern daran, dass der Hund nicht in Ordnung ist“.

BARF disqualifiziert sich als Ernährungskonzept nicht, wenn ein kranker Hund es nicht verträgt. Vielmehr bietet BARF die Möglichkeit, die Ernährung mit wenig Mühe auf den individuellen Hund abzustimmen.

Gesunde Hunde vertragen im Gegensatz zu kranken Hunden fast jedes Futter. Grobe Ernährungsfehler wie zum Beispiel Ernährung aus dem Sack zeigen sich oft erst nach einigen Generationen. Grobe Ernährungsfehler findet man in den meisten BARF-Plänen aber nicht.

Orientiert man sich am Modell Beutetier und erlaubt man dem Hund auch mal diverse Wildpflanzen und Kot von Pflanzenfressern zu sich zu nehmen, wird diese Ernährungsform zur Gesunderhaltung führen. Ob man ein bisschen Getreide, Milchprodukte oder andere „nicht artgerechte“ Komponenten der Nahrung hinzufügt, spielt kaum eine
Rolle und führt nur zum Polemisieren des Themas BARFEN.

Polemisieren heißt, eine (bestimmte andere) Ansicht zu bekämpfen.
Der Polemiker sucht nicht den Konsens, sondern will im rhetorischen
Wettstreit siegreich sein.*

Es wird Zeit mit der Polemik aufzuhören und sich auf den ursprünglichen Gedanken hinter BARF zu besinnen, nämlich die Gesunderhaltung unserer Hunde!